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Halt, Polizei - woran man erkennt, dass der Autor keine Ahnung von Polizeiarbeit hat

Die Polizei, dein Freund und Helfer. Viele Krimiautoren verstehen ihren Job. Andere nicht.
Kenner bemerken die Diskrepanzen.
(Diese Liste aus Irrtümern, Vorurteilen und falsch Interpretiertem wird beim Auftreten neuer Verdachtsmomente resultiert aus real existierenden Texten und wird fortlaufend ergänzt, deshalb ist sie auch so durcheinander. Wenn euch irgendwo etwas auffällt: Schickt es mir! Danke!)
  • Regionale und epochale  Unterschiede werden nicht berücksichtigt,  insbesondere, was Dienstzeiten, Dienstgrade, Zuständigkeit, Ausrüstung und Autos angeht
  • Polizisten, die nicht so reden, wie Polizisten in echt reden. Man mache sich mit der Terminologie vertraut!
  • „Die Kriminalpolizei rät". Die Schutzpolizei weiß...
  • es wird ein Verhör durchgeführt
  • Die Frau oder der Praktikant im Team kocht den Kaffee / holt das Frühstück
  • S & K gegeneinander ausspielen (=das älteste Klischee der Welt)
  • K’s werden durcheinander gewirbelt, Kompetenzen vermischt
  • Nach dem Dienst wird grundsätzlich einer gehoben
  • Strafanzeigen werden "gestellt" oder "aufgegeben" (korrekt ist: "erstattet")
  • Räuberzivil als Zeichen besonderer Coolness: Uniformhemden werden zu privaten Jeans getragen
  • Lederjacken! Polizeimützen!
  • Bundespolizei = Landespolizei
  • LKA / BKA = Über-Polizei, das Beste vom Besten, ganz anders
  • Europol / Interpol = Ermittlungsdienststelle
  • auf deutschen Dienststellen wird geraucht
  • der Unterschied zwischen Vergehen und Verbrechen ist nicht so wichtig
  • Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit - hä?
  • sicheres Auftreten bei völliger Unwissenheit (klassischer Polizeispruch. Sollten Autoren auf ihre Texte tunlichst nicht anwenden: akute Auffliegegefahr!
  • schreibe nicht über Leichenerscheinungen, wenn du noch keine Leiche gesehen, angefasst oder gerochen hast (oder dich bei Fachleuten schlau gemacht hast). Insbesondere über Verwesungsgerüche wird viel komisches Zeug erdichtet.
  • es heißt "festnehmen" oder "sistieren". Es heißt nicht "verhaften".
  • nur Serienhelden und Lebensmüde tragen eine geladene Waffe im Hosenbund.
  • Schweine können (entgegen landläufiger Meinung) keine Leiche restlos vertilgen.
  • Drogen aller Art werden durch Leckproben (Fingerspitze!) erkannt.
  • schreibe nicht über Mord, Raub und Vergewaltigung, wenn dir die Reihenfolge der Ermittlungen nicht klar ist. Oder die Notwendigkeit einzelner Schritte. Oder die FEHLENDE Notwendigkeit!
  • schreibe nicht über Kriminaltechnik, wenn du dein Wissen darüber nur aus anderen fehlerhaften Beschreibungen kennst. Oder aus CSI.
  • an einem Tatort läuft gar nix, bevor nicht die Kripo angetanzt ist.
  • Die uniformierte Polizei ist grundsätzlich für den ruhenden Verkehr zuständig. Nope.
  • Cops stehen grundsätzlich auf Fesselsex. Gähn. Gibt es was Öderes?
  • Polizeibeamtinnen finden Angrab-Sprüche wie "Baby, hast du deine Handschellen dabei?" charmant.
  • Der Gerichtsmediziner kommt zu einem deutschen Allerwelts-Tatort
  • Polizeibeamte rennen durch den Wald, die Waffe im Anschlag
  • Die Waffe in der Hand des Polizeibeamten macht "ritsch-ratsch". Raten Sie mal, wobei.
  • Der 38er hat wundersamerweise zehn Schuß. Und danach liegen Hülsen herum.
  • Bei jedem Bullshit gibt es eine "Fangschaltung"
  • "Fangschaltungen" macht der Kommissar einfach mal so vom Wachtisch aus
  • Mit "Fangschaltungen" (oder auch: einer Handyortung) wird der Bösewicht punktgenau lokalisiert
  • Täter ist nicht der mit dem stärksten Motiv, dem Mittel und der Gelegenheit, sondern die arme Sau mit der schlimmsten Vergangenheit
  • ohne schlimme Vergangenheit kein Verbrechen
  • alles, was es auch bei CSI gibt, existiert in einem handelsüblichen, deutschen PP. Und mehr!
  • Die Staatsanwaltschaft ist der Feind der Polizei (das Gegenteil ist der Fall)
  • Der Herr Kommissar ist die hellste Kerze auf der Torte (in Hessen z.B. ist der PK/KK der Berufsanfänger-Dienstgrad!)
  • der Herr Hauptkommissar hat grade mal die 30 überschritten (bei Frauen ist sowas noch auffälliger)
  • Der Herr Kommissar ermittelt allein, rund um die Uhr, bestenfalls mit einer hübschen, jungen Assistentin oder Praktikantin an der Seite. (Schon aus Gründen der Eigensicherung -und anderen- macht sowas keiner.)
  • falsche/überholte Dienstbezeichnungen wählen (dies zum Thema: „Wie ziehe ich mir als Autor die Verachtung eines ganzen Berufsstandes zu“)
  • Todesursache und –zeitpunkt stellt der Herr Kommissar durch Handauflegen und einen Kompetenz vermittelnden Rundumblick fest
  • Den Beamten und vor allem der Kriminaltechnik stehen alle erdenklichen, aus FilmFunkundFernsehen bekannten technischen Finessen zur Verfügung
  • Die Frauen wissen immer weniger als die Kerle
  • der Polizist lädt die Waffe ratsch-ratsch durch, sobald es zur Sache geht. Wenn er nicht vorher sogar noch das Magazin überprüft (ein Auge profimäßig zusammengekniffen)
  • Schießerei: wie viele Patronen passen in eine 38er? Und wer benutzt überhaupt 38er?
  • die Zivilfahrzeuge eines durchschnittlichen Präsidiums sind immer mindestens A6, wenn nicht A8, Daimler und sowieso in höchster Motorisierung, mit Panzerglas und allem, was man so aus dem Fernsehen kennt.
  • Abfragen werden vom Auto aus gemacht … ja, vielleicht in einem Pilotprojekt in Hamburg. Sonst (noch) nicht.
  • Datenschutz gilt bei der Polizei nicht. Jeder weiß alles. Oder kriegt es per WhatsApp mitgeteilt.  (Sowas von falsch! Aber sowas von!)
  • es gibt auf deutschen Polizeidienststellen keine Spiegelwände oder "Verhörzellen". Ausnahme: Raum mit Spiegelwand zum Zwecke von Gegenüberstellungen. Nur in größeren Dienststellen zu finden.
  • Der ermittelnde Beamte nimmt Akten mit nach Hause. Sogar mit Erlaubnis. (Hmm. Mach das mal.)
  • In jedem Dienst ist rund um die Uhr der Teufel los, nur spannende Sachen!  Auch in Kleinkleckerlingen.
  • Mindestens eine Person kommt ins Zeugenschutzprogramm.
  • Drohung = Bedrohung i.S.d.G.
  • "Polizeischutz" (falscher Begriff. Frag mich nach dem richtigen) ist an der Tagesordnung.
  • Bandenkriminalität ist sexy. Außerdem ist es supereasy, da den Kommissar einzuschleusen.
  • Immer gibt es eine SoKo. Auch beim kleinsten Fliegenschiss.
  • V-Leute gibt's wie Sand am Meer, sie werden fast inflationär eingesetzt, jeder hat ein Waffenarsenal unterm Kopfkissen, und natürlich geht man überall ein und aus.
  • Für die Polizei gilt kein Datenschutz.
  • Man kann problemlos behördenübergreifend ermitteln und erfährt alles, was man wissen möchte, indem man einfach irgendwo anruft.
  • Man ermittelt am privaten Handy und kriegt das auch noch durch.
  • Gutachten sind innerhalb von Stunden, ganz sicher aber von Tagen da.
  • Man spaziert einfach so in das Gerichtsmedizinische Institut.
  • Man hat im Gerichtsmedzinischen Institut fast unbegrenzt Zugang zu allem.
  • Man hebt beim Bestatter Sargdeckel an.
  • Man reißt Leichensäcke einfach so auf, gern auch vor Angehörigen.
  • Man entscheidet wichtige Dinge im Alleingang, gerne als "Kommissar".
  • Man lässt problemlos unrechtmäßig erlangtes Beweismaterial zu.
  • Man zieht mal eben den Inhalt eines verdächtigen Rechners auf einen USB-Stick.
  • Man klemmt sich den verdächtigen Rechner unter den Arm und geht.
  • Man darf bei Durchsuchungen ALLES mitnehmen, was einem unter die Augen kommt.
  • Man darf bei Durchsuchungen ALLES durchsuchen.
  • Man darf bei Durchsuchungen nur mit der Polizei in die Wohnung.
  • Deutsche Dienstwaffen sind meistens keine Glock, aber überwiegend auch keine P6 mehr.
  • Nicht jeder deutsche Polizeibeamte hat eine Bodycam oder kann mit einem DEIG umgehen.
  • Polizeilich gelieferte Handschellen müssen nicht fixiert werden.
  • Polizeibeamte haben immer Extra-Waffen im Hosenbund, einem Knöchelholster oder irgendwo zuhause, zwischen der Bettwäsche oder in der Küchenschublade.
  • Sichergestellte oder beschlagnahmte Gegenstände verschwinden quasi massenhaft.
  • Jede Kollegin ist hocherfreut, undercover zu arbeiten. Besonders auf dem Straßenstrich.
  • Bomben geben tickende Geräusche von sich.
  • Jeder bei der Polizei kann alles in den Abfragesystemen abfragen und darf das auch.
  • Der Unterschied zwischen Durchsuchungsbefehl und Durchsuchungsbeschluss ist... (Achtung, Fangfrage!)
  • Fahndungsplakate sind en vogue. Auch, wenn die Story 2064 spielt. Oder 2164.
  • Bei Verfolgungsfahrten machen immer alle das, was die Polizei will.
  • Holster = Halfter
  • Beule = Delle
  • Angehöriger bestimmter Religionsgruppen lassen sich von der Frau im Team was sagen.
  • Schreibarbeiten machen den geringsten Teil der Dienstzeit aus, und wenn, schreiben nur Frauen.
  • Geflüchtet wird über die Kanalisation, über Dächer, über Lüftungs- und Aufzugsschächte. Hm-hm.
  • Es gibt immer reichlich zu essen, insbesondere Currywurst. Und Donuts.
  • Es wird immer reichlich Munition verballert (Frage: Wieviel Schuss sind im Magazin?)
  • Freie Wahl der Waffen (der durchschnittliche Polizist kann sich seine Waffen eher nicht nach Belieben aussuchen und hat auch kein Carbonmesser in der Socke. Taser gibt es in D auch nicht flächendeckend.)
  • Personenschutz ist ein cooler Job.
  • Diszi = Initiationsritus für die ganz Harten, oder: Je mehr Diszis, desto toll. (Diszis gibt es öfter, als man denkt. Aber man wird dadurch nicht cooler.)
  • Der Richter genehmigt alles oder Richtervorbehalt (und andere grundlegende Dinge, die der Polizei Steine in den Weg legen, aber in einem Rechtsstaat nunmal dazu gehören) ist nicht existent
  • Richter oder Staatsanwalt sind immer erreichbar, kommen immer gern raus, haben immer ein offenes Ohr, und Bereitschaften funktionieren wirklich. Gilt auch für Frauenhäuser und Jugendämter.
  • Mangelnde Auseinandersetzung mit subjektiven Tatbestandsmerkmalen, oder generell mit dem StGB, wenn schon nicht der StPO
  • mindestens einer auf dem Revier ist ein begnadeter Hacker.
  • wenn's um Tiere geht, ist es grundsätzlich Sachbeschädigung. Lex spezialis? Nie gehört.
  • Aufbau einer Polizeibehörde? Nie gehört, wozu? (wichtig: deutsche Polizei unterscheidet sich in vielfältiger Hinsicht von Polizei anderswo auf der Welt.)
  • SEK = Götter in Schwarz. (Merke: Das SEK macht auch Fehler.)
  • Streifenpolizisten sind zu blöd für Amoklagen (Mitnichten. In den meisten Bundesländern sind alle Streifenbeamten für Sonderlagen ausgebildet. SOGAR die Frauen.)
  • deutsche Polizistin sind genau so bewaffnet wie amerikanische Polizisten.
  • deutsches Recht ist mit amerikanischem Recht identisch (es ist in Teilen nicht einmal vergleichbar.)
  • deutsche Polizisten haben die gleichen Befugnisse wie amerikanische Polizisten.
  • amerikanische Polizisten können mehr, wissen mehr, haben die bessere Ausbildung und, vor allem: dürfen mehr.
  • In den USA kann jeder Cop machen, was er will, und sowieso sind alle bestechlich.
  • Die Strafprozessordnung hat nur empfehlenden Charakter.
  • Die Straßenverkehrsordnung hat nur empfehlenden Charakter.
  • Die Straßenverkehrsordnung gilt nicht für Polizeibeamte.
  • Frauen sind generell nur Beiwerk. (Nicht jede Frau im Polizeidienst ist a) nur eine Tippse, b) eine Teilzeitkraft, c) im Nachtdienst unfähig, die Augen aufzuhalten, d) unsportlich.)
  • Die Frau in der Führungsposition ist a) alleinerziehend und restlos überfordert, b) sexuell frustriert c) hasst Männer, d) geht karrieregeil über Leichen, e) hat sich hochgeschlafen.
  • Polizeibeamte, besonders jüngere Männer, ist a) im Herzen ein bad boy, hat b) Dreck am Stecken
  • Die Kripo ist als Erster am Tatort.
  • Die Kripo ist überhaupt am Tatort.
  • Der durchschnittliche Polizeibeamte hat Siegel dabei.
  • Siegel sind das neue Absperrband.
  • Absperrband ist genau so gut wie Siegel.
  • Pressestellen LIEBEN es, unbekannten Autoren umfassend Auskunft zu geben.
  • Pressestellen dürfen Auskunft über Einsatztaktik, -bewältigung, Strafverfolgung und andere Tipps und Tricks an unbekannte Autoren geben.
  • Pressestellen plaudern gern mit Hinz und Kunz am Telefon über alles, was die Polizei betrifft.
  • Pressestellen machen sich nicht mitunter einen Spaß daraus, unschuldige Autoren aufs Glatteis zu führen.
  • man kann in jede deutsche Polizeidienststelle hineinspazieren und sich Fragen beantworten lassen.
  • Nur das LKA ist wirklich kompetent in ALLEM.
  • Streifenpolizisten sind so eine Art Handlanger für die K's und/oder vergleichbar mit den Leuten vom Ordnungsamt.
  • Auf den Landdiensstellen arbeiten nur die Nullen.
  • Auf Landdienststellen passiert nichts und abends um 11 werden die Bürgersteige hochgeklappt.
  • Die Bezeichnung „Polizist“. (Nur Zivilisten nennen Polizeibeamte Polizisten. Aber wir lassen das durchgehen, weil es gängiger Sprachgebrauch ist. Und weil einem sonst schnell die Synonyme ausgehen.)
  • in deutschen Kriminalstatitistiken sind nur Peanuts verzeichnet; grausame oder überhaupt für einen Plot interessante Straftaten passieren hier eh nicht
  • Jeder Mörder hat als Tierquäler angefangen.
  • Es gibt Mord an Tieren.
  • Es gibt Verbrechen ohne Spuren.
  • Es gibt massenhaft Serientäter.
  • Jeder zweite Cop leidet an PTBS.
  • nach 30 Jahren Dienst folgt unweigerlich ein Burnout, wenn nicht schon WEIT vorher.
  • Büroangestellte sind für Statistiken und so langweiligen Kram zuständig, die Polizei macht nur coole Sachen.
  • Schusswaffengebrauch gegen Menschen ist an der Tagesordnung. (Korrekt ist: SWG erfolgt in 95 % aller Fälle gegen Tiere, und zwar gegen bereits verletzte.)
  • Irgendeiner kotzt oder heult immer. (Die wenigsten müssen kotzen, wenn sie Blut/Tote/Verletzte sehen. Auch nicht die Frauen.)
  • Hobbydetektive können alles, was die Polizei auch kann. Zumindest können sie es blitzschnell lernen.
  • Polizei in den USA ist anders als Polizei in Deutschland. In manchen Belangen sogar GANZ anders. Auch amerikanisches Strafrecht ist anders. Und das Strafprozessrecht sowieso. Fragen Sie einen Fachmann. Oder eine Fachfrau.
  • plappern Sie nichts nach, von dem Sie keine Ahnung haben. Es klingt seltsam aus dem Mund des unbescholtenen Bürgers, der Ihr Protagonist möglicherweise ist,  wenn er Polizeibegriffe verwendet.
  • je höher der Dienstgrad / je erfolgreicher, desto sexistischer. Wir sind nicht bei den Hells Angels.
  • Die Hells Angels / die Mafia / Cosa Nostra / südamerikanische Kartelle sind meistens hübsche Jungs, kanllhart zwar, aber eigentlich ganz nette Leute und eignen sich super dafür, mit hübschen, aber blassen Frauchen verkuppelt zu werden.
  • Die Hells Angels / die Mafia / Cosa Nostra / südamerikanische Kartelle brennen geradezu darauf, sich in jemanden von der Polizei zu verknallen.
  • Die  Hells Angels / die Mafia / Cosa Nostra / südamerikanische Kartelle sind auch nur Menschen und eigentlich echt okaye Typen, die problemlos in deutsche Leben zu intergrieren sind.
  • Intensivtäter ändern sich.
  • Schläger ändern sich.
  • Drogen sind cool.
  • den Leser darf man unterschätzen, denn: Wer weiß denn sowas!
  • alle Cops sind korrupt.
  • (to be continued)
©megmcgary2021

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