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BeuH, Teil 2

 

Bei IKEA stoße ich auf feinfädige Sommerlaken, wunderbar glatt,  aus mercerisierter Baumwolle.

 

Verblendet entscheide ich mich für Mitternachtsblau. Weil ich fälschlicherweise annehme, auf dieser beeindruckenden glatten Fläche krallt sich kein Beaglehaar fest.

Selten so danebengelegen!

 

Schön sieht das aus: Navyblaue Laken unter vichykarierter Bettwäsche, duftend und knisternd vor Frische. Zufrieden und stolz mit bzw. auf meine hausfraulichen Fähigkeiten, trage ich den Korb mit der abgezogenen Wäsche zur Waschmaschine. Nach fünf Minuten kehre ich aus dem Keller zurück.

 

Grinsend sitzt das Beagletier im runderneuerten Bett und scharrt, einen seltsam verstohlenen Blick auf mich richtend, beiläufig mit seinen dicken Pfoten. Ich werde ein bisschen miesepetrig und formuliere gedanklich eine Kleinanzeige: Vierjähriger Beagle, guter gebrauchter Zustand, geringe optische und charakterliche Mängel…

 

Auf dem Stoff wird das ganze Ausmaß der Verheerung erst richtig deutlich! Der Beagle braucht nur am Bett vorbeizukommen, und zack! ist das ganze beruhigende Mitternachtsblau so, wie eine mit frischem Raureif überzogene Wiese aussieht.

Weiß gestromt.

 

Definitiv: Für einen Allergikerhaushalt ist so ein Beagle nix. Oder haben wir keine Allergien, weil unser Immunsystem seit Jahren aufs äußerste gebrieft wird mit Haaren, Pfotendreck, Futterresten und exhumierten Knochen von anno 2010?

 

Wieso peilen alle immer wie ferngesteuert das Bett an? Gibt es Hunderassen, die noch ergebnisorientierter sind als diese verdammten Beagle?

Bei Ikea online hinterlasse ich eine vernichtende Produktbewertung. Und kaufe als nächsten einen wahnsinnig effektiven Staubsauger mit Tierhaar-Supersaugkraft.

 

 

DER kriegt dann allerdings eine positive Bewertung.

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